Sevda Naghiyeva

Sevda Naghiyeva hat im Pflegedienst Mitra die Pflegedienstleitung inne.
Frau Naghiyeva, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang bis zum Einstieg in den Pflegedienst Mitra bei Frau Parvari?
In der Zeit von 1987 bis 1990 habe ich in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidshan, eine Ausbildung zur examinierten Krankenschwester absolviert.
Danach habe ich acht Jahre in einem Krankenhaus in Baku in der Chirurgischen Abteilung gearbeitet.
1998, im Oktober, sind wir nach Deutschland gekommen – mein Mann, meine Mutter und unsere Kinder.

Was passierte dann?
Ich habe einige Jahre gebraucht, um mich zurechtzufinden -
die Sprache lernen, mich mit der Familie in die Gesellschaft einfügen, und: meine Kinder erziehen.
Schließlich erhielt ich im Jahr 2008 ein Angebot vom Arbeitsamt, einen Lehrgang mitzumachen.

Worum ging es dabei?
Die Schulung hatte zum Inhalt, meinen Abschluß als examinierte Krankenschwester hier in Deutschland anerkennen zu lassen.
Dazu musste ich mich weiterbilden.

Und, hat es geklappt?

Ja. Nach 9 Monaten hatte ich die Ausbildung erfolgreich absolviert und bekam ein Zertifikat für die Anerkennung als examinierte Krankenschwester in Deutschland.
 Anschließend habe ich in einem ambulanten Pflegedienst meine Arbeit begonnen.

Wo war das?

Das war in Hannover – beim KSD. Dort lernte ich auch Frau Parvari kennen. Sie arbeitete in der Zeit als Geschäftsführerin dieses Pflegedienstes. Der Inhaber des KSD war der Bruder von Frau Parvari.

War das eine wichtige Begegnung für Sie?

Auf jeden Fall. Ich denke, eine der wohl wichtigsten Entscheidungen in meinem Leben, die ich traf, nachdem ich Frau Parvari kannte.

Warum?

Nun, ich verstand mich mit Frau Parvari so gut, dass ich mit in ihren Pflegedienst wechselte, als sie ihr eigenes Büro, ihren eigenen Pflegedienst gründete.

Wann war das?

Das war am 01. September 2011.

Und als was haben Sie begonnen?

Als Krankenschwester und stellvertretende Pflegedienstleitung.

Dann mussten Sie ja wieder eine Ausbildung absolvieren, nämlich zur PDL, oder?

Ja, ganz genau. Ich habe mit der Qualifizierung zur Pflegedienstleiterin im vergangenen Jahr begonnen und habe sie gerade in diesem Monat abgeschlossen.

Mit Erfolg?

Ja, die Facharbeit mit der Note „Sehr gut“.

Glückwunsch!

Danke sehr.
Aber ohne die Unterstützung von Frau Parvari hätte ich das nicht geschafft. Sie hat geholfen, wo sie nur konnte.

Frau Naghiyeva, höre ich raus, dass Sie sich offensichtlich sehr gut mit Frau Parvari, also Ihrer Chefin verstehen, und zwar über das normale Maß hinaus?
Das ist so. Wie soll ich es erklären?
Vielleicht so: Frau Parvari ist für mich wie eine Schwester, eine Freundin und natürlich auch eine Chefin.
Sie strahlt so viel positive Energie aus, motiviert das Team und eben auch mich.
Sie können sich dem nicht entziehen – das ist einfach Glück, dass ich sie kennengelernt habe.

Gibt es denn auch mal Kritik oder Streit?
Wo gibt es das nicht. Das wäre ja nicht normal. Der Unterschied ist nur: Wir sind auf Lösungen aus und wollen das Beste erreichen. Das eint uns. Und deshalb müssen wir auch um die optimale Lösung miteinander ringen, Wege diskutieren.
Aber das macht eben Spaß. Und zum Schluss weiß jeder: Es geht um das Team, jeden einzelnen Mitarbeiter und letztlich um die Pflegebedürftigen. Sie bleiben im Fokus unseres Denkens und Handelns.

Was sagen Sie aus heutiger Sicht zu Ihrem Weg? Sind Sie ein wenig stolz?
Ja, auf jeden Fall. Das war nicht immer leicht. Ich habe fünf Jahre lang eine Wochenendehe geführt, meinen Mann, meine Kinder, meine Mutter in der Woche allein gelassen, allein lassen müssen.

Wo hat Ihre Familie gewohnt?
In Wittingen im Landkreis Niedersachsen.
Also habe ich eine kleine 1-Raum-Wohnung in Hannover gemietet und bin fünf Jahre lang zwischen Arbeit und Familie am Wochenende hin – und hergependelt.
Meine Kinder brauchten  ja auch ihre Mutter. Und meine Mama musste ebenfalls betreut werden.
Zwischendurch hatte ich schon den Gedanken, nach Wittingen zurückzugehen. Aber meine Mama, meine Familie – sie haben letztlich immer zu mir gehalten, selbst wenn es manchmal nicht leicht war. Und Frau Parvari hat viel getan in dieser Zeit für mich.

Was meinen Sie genau?
Nun, ich kämpfte in der Zeit noch mit dem Aufenthaltsstatus. Ich musste viel mit den Behörden sprechen, schreiben, einen Anwalt nehmen. Bei all diesen schwierigen Gesprächen und dem nötigen Schriftverkehr hat Frau Parvari mir geholfen.
Und da habe ich gesehen, wie sehr sie sich für jemanden einsetzt – nicht nur mit Worten, vor allem mit Taten.
Schließlich sind wir im Jahr 2013 mit der ganzen Familie nach Hannover gezogen.

Würden Sie sich heute noch einmal für diesen Weg entscheiden?
Das würde ich! Ich bin glücklich und froh, dass ich es geschafft habe und jetzt in einem tollen Team arbeite.
Ich hatte ja auch am Anfang andere Angebote. Letztlich habe ich mich für diesen Pflegedienst entschieden, und ich bereue das nicht.

Welche Stärken kennzeichnen aus Ihrer ganz persönlichen Sicht Ihr Team?
Wir wollen, dass die Mitarbeiter motiviert und zufrieden sind. Nur dann kann man auch die Pflege- und Hilfsbedürftigen gut pflegen und betreuen.
Deshalb ist eine der wesentlichen Stärken in unserem Team, dass wir Probleme schnell lösen und möglichst offen miteinander kommunizieren.
Ich sage immer: Wir können nur dann ein Problem lösen, wenn darüber sprechen.
Und deshalb gehe ich auf Mitarbeiter zu, ermuntere sie, mit mir über das zu reden, was  sie bedrückt, oder was sie verändert haben wollen.
Ich glaube, das ist eine wichtige Stärke in unserem Team. Dadurch ist der Zusammenhalt auch so groß.

Was ist für Sie persönlich Glück?
Ich bin glücklich, wenn die Patienten zufrieden sind. Dann kann ich glücklich nach Hause gehen. Das erfordert mitunter viel Fingerspitzengefühl.
Es hilft aber, Herz zu zeigen, den Patienten mal über den Arm zu streichen.
Natürlich ist es wichtig, Medikamente zu verteilen. Genauso  wichtig aber ist, die psychologische Seite unserer Arbeit – sich einzufühlen in die Situation des Patienten.

Und was macht sie in der Familie glücklich?
Wissen Sie, meine Kinder sehen an meiner Entwicklung, was man erreichen kann, wenn man lernt und sich anstrengt. Das macht mich glücklich, dass sie mit mir hier leben und eine gute Zukunft haben.

Wie alt sind Ihre Kinder und was machen Sie?
Aydan ist 25 Jahre alt und arbeitet in einem Kinderwunschzentrum als medizinische Fachangestellte.
Fatima, meine zweite Tochter, ist 21 Jahre alt und studiert an der Göttinger Universität BWL.
Und schließlich Rauf, mein jüngstes Kind, ist 15 Jahre alt und besucht das Gymnasium.
Mein Mann arbeitet in einer VW- Tochtergesellschaft als Produktionshelfer.

Betreuen Sie auch Ihre Mutter?
Ja, meine Mutter heißt Sabira. Ich bin als ihre Betreuerin eingesetzt.

Also auch in der Familie in der Pflege und Betreuung unterwegs?
Ich mach` das sehr gern. Und wir können ja nicht von der Wichtigkeit der Pflege reden und darüber unsere eigenen Familienmitglieder vergessen. Ich hoffe, meine Kinder werden mal ebenso handeln.

So, wie Sie das schildern, wird das wohl genauso sein. Frau Naghiyeva, herzlichen Dank für das Gespräch. 



 

Das Interview erfolgte am 06/06/2016

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