Mechthild Bruchhäuser-Ebeling

Mechthild Bruchhäuser-Ebeling ist Inhaberin und Geschäftsführerin des ambulanten Pflegedienstes in Rietberg.

 

Frau Bruchhäuser-Ebeling, was haben Sie beruflich gemacht, bevor Sie in die Pflege eingestiegen sind?
Nach dem Abitur habe ich Industriekauffrau gelernt und vier Jahre in dem Beruf gearbeitet. Danach studierte ich Wirtschaftswissenschaften. In dieser Zeit bekam ich auch meine Kinder.
Nach dem Studium stand ich vor der Herausforderung, Beruf und Kindererziehung unter einen Hut zu bekommen.
Es gab in der Zeit noch nicht genügend Kita- Plätze. So konnte ich also nicht arbeiten, wie ich es eigentlich vorhatte. Ich entschloss mich, aus der Not eine Tugend zu machen. Gemeinsam mit einer Mutter haben wir eine Spielgruppe gegründet. Dort waren meine Kinder gut aufgehoben und andere Mütter konnten ihre Kinder dort auch hinbringen.
Überhaupt war ich damals sozial und gesellschaftlich sehr aktiv. Immer wenn meine Kinder nicht die Möglichkeiten vorfanden, die sie brauchten, ließ ich mir etwas einfallen. So habe ich zum Beispiel eine Schwimmgruppe initiiert
oder auch eine Ferienzeit geleitet. Nachdem die Kinder in den Kindergarten gingen, begann ich wieder zu arbeiten. In dieser Zeit erfuhr ich über eine Freundin, dass es die Möglichkeit gab, in eine Pflegefirma einzusteigen.
Ich sah die Chance, die Firma so zu führen, wie es meinen Ideen und beruflichen Erfahrungen entsprach sowie ethischen und moralischen Grundsätzen genügte.
Also habe ich 2008 diese Firma gemeinsam mit meiner Freundin gekauft. Seit 2015 leite ich die Firma allein.

Welche Berufserfahrungen bringen Sie aus anderen Branchen mit, die in der Pflege nützlich sind?
Oh, das ist schwer, über sich selbst zu sprechen. Ich denke da an folgende Dinge: die kaufmännische Gründlichkeit, strukturiert zu denken und zu handeln, Prioritäten zu setzen, Dinge einfach anzupacken und einsatzbereit zu sein, aber auch zuhören zu können.

Was haben Sie anderes gemacht, nachdem Sie die Firma übernommen haben?
Ich wollte von Anfang, dass es den Mitarbeitern besser geht. Sie sollten zum Beispiel weniger Doppelschichten leisten. Also haben wir zusätzliche Pflegekräfte eingestellt.
Des Weiteren: Ich habe die kaufmännischen Belange geprüft, neue Vergütungsvereinbarungen geschlossen – alles mit dem Ziel, die Firma auf gesunde Beine zu stellen.
Außerdem: Mir ging es darum, schnell ein stabiles Leitungsteam zu schaffen. Deshalb habe ich die Pflegedienstleitungen gewechselt.
Am 01.11.2010 begann Frau Degener neu als Pflegedienstleitung. Sie war zu dem Zeitpunkt schon über 8 Jahre im Unternehmen und hat sich dann qualifiziert. Frau Morgenstern kam am 15.10.2012 als eine weitere Pflegedienstleitung hinzu.

Stand Ihr Team von Anfang an hinter Ihnen?
Als ich anfing, bestimmten zwei Faktoren die Situation:
Zum einen kannten die Mitarbeiter mich nicht. Sie wussten nicht, was auf sie zukommt. Zum anderen waren natürlich auch Hoffnungen damit verknüpft, dass es besser wird – vor allem im kaufmännischen Bereich.
Also habe ich erst einmal im wahrsten Sinne des Wortes die Ärmel hochgekrempelt und mich von unten in die Materie hineingearbeitet.
So sind wir ja dann eben zusammengewachsen. Ich habe viel gefragt, mir die Dinge erklären lassen. Und so ging es vorwärts. Vor allem: Wir wurden ein Team, indem sich der eine auf den anderen verlassen konnte.

Was glauben Sie, sagen Ihre Mitarbeiter heute über Sie?
Das ist natürlich nicht leicht zu beantworten. Ich glaube, die Mitarbeiter schätzen, dass ich sie die Prozesse in der Firma mitgestalten lasse. Wichtig ist mir in diesem Zusammenhang folgendes: Als ich in der Firma anfing, habe ich überlegt, wie ich von meinem Arbeitgeber behandelt werden wollte. Und genau das versuche ich bis heute zu beherzigen – mich einfach in die Mitarbeiter hineinzuversetzen und sie  entsprechend zu führen und zu motivieren.
Nach all den Jahren großer Anstrengungen –  der strukturellen Anpassung, des ständigen Wachstums, der Erweiterung der Tagespflege und der Schaffung neuer Veranstaltungsräume möchte ich dieses Jahr mehr für die Mitarbeiter tun.

Was meinen Sie konkret?
Zu den Verbesserungen für die Mitarbeiter zählen: eine transparente Gehaltsstruktur, die Erweiterung der betrieblichen Altersversorgung und der Gesundheitsvorsorge. Und: Ich kümmere mich um weitere soziale Belange der Mitarbeiter.
Ich stelle gerade Räumlichkeiten zur Verfügung, dass Mütter ihre Kinder dort bei Tagesmüttern lassen können.

Stammt die Idee aus der Zeit, als Sie selbst keinen Kitaplatz für Ihre Kinder hatten?
Ja, genauso ist es.

Was macht für Sie individuelle Pflege aus?
Die Leistungen müssen abgestimmt sein auf die Bedürfnisse und Wünsche der Patienten. Ein Beispiel: Ein ehemaliger Bäcker ist es gewohnt, früh aufzustehen. Also findet auch der Besuch bei ihm früh statt.
Haben wir jemanden, der länger schlafen möchte, dann kommen wir später.
Der Ablauf der Pflege verläuft nach den Wünschen der Kunden. Wir befinden uns ja auch in seinen privaten Räumen.
Die Empathie ist in der Pflege ganz wichtig. Sich hineinfühlen in den anderen Menschen.
Unser Motto lautet: Pflege ist Vertrauenssache.

Frau Bruchhäuser-Ebeling, ich danke Ihnen für das Gespräch.

 

Das Interview erfolgte am 01/03/2016

Ambulanter Pflegedienst Rietberg
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