Evi Habereder

Evi Habereder ist die Inhaberin des Unternehmens Die Fledermäuse-Chiemsee.
 Die Firma Die Fledermäuse-Chiemsee bietet für Akut-Krankenhäuser, Reha-Kliniken und Pflegeheime qualifizierte Pflegefachkräfte an.

 

Frau Habereder, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung des Pflegedienstes?

Nach meinem Examen im Jahr 1979 habe ich auf unterschiedlichen Intensivstationen und der OP gearbeitet.
1987 bin ich in einen anderen Fachbereich gewechselt – den der Reha – Klinik.
Von 1994 an bis 1998 habe ich eine Reha- Abteilung organisatorisch aufgebaut und geleitet. Das war in Vogtareuth.

Bis wann haben Sie das gemacht?

Bis 2007 war ich in Leitungsfunktionen in diesem Bereich tätig. Die letzten fünf Jahre war ich als Pflegedienstleitung für zwei Kliniken im verantwortlich – das waren zwei Reha-Abteilungen im Verbund.

Was waren das für Reha-Patienten?
Aus der Orthopädie und Kardiologie.
2007 habe ich mich dann selbstständig gemacht.

Was war für Sie die Initialzündung, in die Pflege zu gehen?
Während meiner Tätigkeit in den Krankenhäusern habe ich den permanenten Mangel an Pflegefachkräften erlebt.
Einer meiner Geschäftsführer hatte damals die Idee, Pflegekräfte über das Modell der „Ich-AG“ anzumelden. Wir hatten dazu viele Bewerbungen.

Und war das erfolgreich?

Nein. Das Thema der Scheinselbstständigkeit kam auf und wir haben das dann nicht verwirklichen können.
Trotzdem blieb ja folgende Situation: Auf der einen Seite fehlten immer noch die Fachkräfte und andererseits gab es so viele potenzielle Bewerber, die aushelfen wollten.



Konnten Sie denn daraus was machen?
Ja. Ich traf damals auf Frau Falkenstein. Sie betrieb bereits eine Firma betrieb, die Fachkräfte an Krankenhäuser und Altenpflegeheime vermittelte.
Wir haben deshalb zusammen eine GbR gegründet und wurden Partnerinnen. Später haben wir uns entschieden, dass jeder ein bestimmtes Gebiet betreut und haben uns getrennt.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten?
Nun, zunächst hatte ich ja ein Konzept im Kopf. Es ging darum, mit der eigenen Persönlichkeit, dem fachlichen Hintergrund und einem Netzwerk aus meiner früheren Tätigkeit eine gute Kooperation für beide Seiten zu entwickeln – für die medizinischen und pflegerischen Einrichtungen und für mein Unternehmen.
Natürlich musste das auch erst einmal richtig laufen und die Entscheidungsträger überzeugt werden. Wichtig war, auf den Punkt zu wissen, welche Krankenschwester zum Beispiel für welchen Dienst in Frage kommt.
Kaufmännisch kam ich gut klar. Während meiner früheren Tätigkeit habe ich ja noch meinen Betriebswirt für Gesundheit absolviert.
Von der dortigen Fachhochschule bekam ich von den Professoren auch Unterstützung darin, einen Geschäftsplan richtig aufzustellen, darauf zu achten, was auf jeden Fall hineingehörte.
Im Prinzip habe ich es genossen, mich selbstständig zu machen. Ich hatte vorher auch viel Freiheit, konnte viele Ideen einbringen. Doch je größer die Einrichtungen waren, desto komplizierter wurden die Entscheidungsprozesse und am Schluss stand oft ein „Nein“.

Was macht Ihrer Meinung nach ein starkes Team aus?
Die Fähigkeit, sich schnell zurechtzufinden, selbstständig zu arbeiten, einfach flexibel zu sein. Ich brauche ebenso ein ehrliches Feedback. Wenn ich merke, dass ich es nicht bekomme, dann hole ich es mir ohnehin aus der jeweiligen Einsatzstelle. Aber ich finde es besser, wenn es aus dem Team herauskommt. Gerade, wenn es mal nicht so gelaufen ist.
Ansonsten verfahre ich nach dem Prinzip: Es läuft gut, wenn nichts zu hören ist – denn ansonsten würden sich die Mitarbeiter melden. Und das ist schon eine Stärke,  aus dem Team heraus zu agieren.

Wo sehen Sie die Gründe für den mitunter schlechten Ruf von medizinischen und pflegerischen Einrichtungen?
Da ist vieles auf die zu hohe Arbeitsbelastung zurückzuführen. Dann bleibt die Qualität auf der Strecke. Darin sehe ich nach wie vor einen wichtigen Grund.

Was hat sich für Sie persönlich seit der Gründung des Unternehmens geändert?
Die Bedingungen in der Arbeit verändern sich und darauf muss man sich einstellen. Grundsätzlich sage ich: Ich würde den Weg immer wieder gehen.
Das ist wirklich mein Masterplan bis zur Rente. Vor allem: Ich kann selbst meine Prioritäten festlegen und auch meine Freizeit ganz anders planen. Ich könnte es  mir also nicht vorstellen, noch einmal in eine Festanstellung in ein Krankenhaus zu gehen.

Was macht für Sie individuelle Pflege aus?
Der wichtigste Punkt ist: die Vorgespräche sehr gründlich führen.
Die PDL sagen mir, was sie für Dienste benötigen. Und ich schlage dann vor, mich gleich mit den Stationsleitungen in Verbindung zu setzen, möglichst individuell und genau abzusprechen, was für Fachkräfte für einen bestimmten Dienst gebraucht werden.
Der persönliche Kontakt ist hierbei ganz  wichtig. Ich gehe oft selbst mit auf die Stationen – ich kenne die Leute manchmal noch aus meiner früheren Tätigkeit und so kann ich einen ganz engen persönlichen Kontakt pflegen.

Was ist für Sie persönliches Glück?
Glück ist für mich: Ich arbeite heute so, wie ich es schon immer wollte.

Frau Habereder, vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview erfolgte am 01/04/2016

Die FLEDERMÄUSE-CHIEMSEE

Evi Habereder
Leiten 7
83209 Prien am Chiemsee

Tel.: 08051 – 961 65 02
Fax: 08051 – 961 66 89

E-mail: info@fledermaeuse-chiemsee.de