Elke Ternes

Elke Ternes ist die Inhaberin des Mobilen Pflegedienstes Elke Ternes in Strohn.

 

Frau Ternes, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung des Pflegedienstes?
Ich habe nach meinem Schulabschluss in einer Familie als Hausmädchen gearbeitet.
Meine Mutter meinte, das wäre wichtig für mich später. Und tatsächlich konnte ich das ja gut gebrauchen – in der eigenen Familie später und im Bereich der hauswirtschaftlichen Leistungen im Pflegedienst. Danach begann ich eine Ausbildung als Verkäuferin. Die Ausbildung habe ich aber abgebrochen.

Warum?
Ich habe so eine große Prüfungsangst. Deshalb habe ich lieber vorher aufgehört.
1974 habe ich geheiratet. 1975 kam mein erstes Kind zur Welt – eine Tochter.
Anschließend habe ich wieder in Fabriken gearbeitet, als Akkordarbeiterin.
1980 kam meine zweite Tochter zur Welt.
Ich war danach erst einmal zuhause.
1985 habe ich dann wieder in einem Werk gearbeitet, das Gaspedalzüge für Fahrzeuge herstellte.
Später wurde ich krank und blieb ein Jahr daheim.
Schließlich begann ich eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Das war 1994. Und 1997 habe ich das Examen erfolgreich bestanden.

Ohne Prüfungsangst?
Mit Prüfungsangst, aber eben erfolgreich.

Wie ging es weiter?
Im Anschluss habe ich in verschiedenen Altenpflegeheimen gearbeitet.
Ich war sogar dafür vorgesehen, als Pflegedienstleitung zu arbeiten und mich vorher zu qualifizieren.

Und hat das geklappt?
Nein, zunächst nicht.
Meine damalige Chefin meinte, ich wäre keine gute Führungskraft.

Warum nicht?
Ich konnte nicht so gut delegieren. Ich hatte damals eher die Ader, sofort mitzuhelfen, wenn es nicht klappte. Oder ich habe es gleich selbst allein gemacht und nicht auf Hilfe von außen gewartet. 
Das wäre nicht meine Aufgabe. Ich sollte ja anleiten. 
Die Wahrheit liegt hier in der Mitte. Nur von außen zuzusehen, ich glaube, das kommt bei den Mitarbeitern nicht gut an. 
Ich habe dann in dem Altenheim auch nicht weitergearbeitet. Ich war erst einmal Jahr arbeitslos. 
Dann hat mir die Landesversicherungsanstalt eine Ausbildung zur Altentherapeutin in Castrop – Rauxel finanziert – das war 1998 – 1999.
Die Ausbildung habe ich mit Bravour gemeistert. Danach war ich dann auch als Altentherapeutin in einem Altenpflegeheim in Lutzerath tätig. 
Und morgens habe ich nebenher noch in der Pflege gearbeitet – und privat Menschen versorgt.

Warum haben sie das gemacht?
Zunächst: Ich wollte natürlich Geld verdiene, um meine Familie mit zu ernähren.
Aber es gab auch einen tieferen Grund.

Nämlich?
Was war die Initialzündung dafür, als selbstständige Unternehmerin in die Pflege zu gehen?
Ich wollte als kleines Kind immer eine Oma und einen Opa haben. Leider war das nicht der Fall.
Deshalb zog es mich schon immer zu älteren Leuten.
Ich hatte einen guten Draht zu ihnen. Das hat wohl mit dazu beigetragen, dass ich mich für den Beruf einer Altenpflegerin entschied.
Ich habe von Anfang darauf geachtet, dass ich die Menschen in Ruhe und mit Würde behandle. Dazu gehörte auch, mit ihnen mal einen Kaffee zu trinken. Ich denke, das ist der rote Faden, der sich in meiner eigenen Philosophie durchzieht oder eben die Initialzündung, wie Sie es nennen.
 
Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten, hineinzuwachsen?
Leicht gefallen ist mir die Versorgung meiner Patienten. 
Was sehr schwer für mich war: mich mit dem sogenannten ganzen Schreibkram zu befassen. Das war ja die gesamte Pflegedokumentation, die kaufmännischen und steuerlichen Angelegenheiten – all das strömte am Anfang auf mich ein.
Ich habe mich einfach auf die Patienten konzentriert. Ich erinnere mich an eine meiner ersten Kontrollen durch den Medizinischen Dienst. Ich sollte auf dem Papier nachweisen, dass ich die Pflege bei einem Pflegebedürftigen durchgeführt hatte. Und wie ich das getan habe! Durch die intensive Betreuung blieb mir keine Zeit mehr, das alles noch rechtzeitig aufzuschreiben. Also ging ich das Risiko ein, dass mich der MKD dafür tadelte.

Und hat er das?
Ja, ich bekam für einen Teilabschnitt der Kontrolle die Note „ungenügend“. 
Das wir mir natürlich nicht egal. Doch es war mir lieber, als wenn ich darüber den Patienten vergessen hätte.

Und heute?
Ich konzentriere mich nach wie vor auf die Patienten. Natürlich: Jetzt haben wir die bürokratischen Angelegenheiten im Griff – die Dokumentation ist auf dem aktuellen Stand. 
In diesem Zusammenhang: Wenn ich daran denke, wie wir angefangen haben – die ganzen kleinen Schwierigkeiten und Hindernisse; aber auch, dass ich am Anfang zwei Mitarbeiter bezahlen musste und gerade mal 300 Euro eingenommen hatte; das war schon alles nicht leicht. Aber heute bin ich zufrieden. Wir haben gerade das fünfte Auto für die Pflegetouren gekauft – ein Zeichen dafür, dass wir uns gut entwickeln konnten.

Warum sollte eine Pflegekraft bei Ihnen beginnen? Was macht Ihren Pflegedienst besonders?
Wissen Sie: Wir sind ein kleines Team, faktisch ein Familienbetrieb. Und wie in der Familie geht es auch bei uns zu. Meine Mitarbeiten werden in Ruhe eingearbeitet. 
In der Pflege haben alle Teammitglieder die Zeit für die Pflege und Betreuung, die der Patient tatsächlich braucht. Es sind immer die Kleinigkeiten, die eine familiäre Atmosphäre ausmachen.

Zum Beispiel?
Ich koche gern mal und wir essen dann gemeinsam zu Mittag. Oder: Kürzlich war der Sohn einer Mitarbeiterin krank und musste zuhause bleiben. Während seine Mutti auf der Arbeit war, habe ich für ihn eine Hühnersuppe gekocht und sie ihm nach Hause gebracht. Das macht die Lebensqualität aus. Darum arbeiten wir gern miteinander – das spüren zweifelsohne auch die Patienten, mit denen wir umgehen.

Was macht für Sie individuelle Pflege aus?
Jeder Patient ist anders. Ich habe gerade einen Krebspatienten im Endstadium. Er braucht viel Aufmerksamkeit. Wir lassen keinen allein. Und wenn wir mehrfach hinfahren müssen, weil das der Patient wünscht, ja dann wird das eben gemacht. 
So ist unser Verständnis von Pflege.

Was ist für Sie persönlich Glück?
Ich bin sehr froh, dass ich gesund bin. Das will ich auch gern bleiben, denn das ist wohl der glücklichste Umstand im Leben. Meine Töchter haben ihren Weg im Leben gefunden.

Was machen die beiden?
Die jüngste ist Altenpflegerin und die älteste arbeitet als Arzthelferin.
Außerdem: Ich habe Enkel, zu denen ich mehr sehr freue. Mein Mann und ich führen ein sehr glückliches und harmonisches Familienleben. 
Ich bin glücklich, weil ich anderen Menschen helfen kann. Und so soll es möglichst noch lange bleiben.

Frau Ternes vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview erfolgte am 29/04/2016

Mobiler Pflegedienst Elke Ternes
Elke Ternes
Auf dem Berg 13
54558 Strohn

Telefon: +49 (0) 65 73 – 83 59 69 92

E-Mail: elke-ternes@t-online.de
www.pflegedienst-elke-ternes.de